- Rudolph bekam im Alter von ca. 5 Jahren eine Krankheit
Die ehemalige Nachbarin Maria Förster, geb. Weschler, schrieb folgendes über Rudolph:
Gegenüber von uns wohnte Rudolf. Er war von von früher Kindheit an gelähmt. Seine Mutter stellte, wenn das Wetter gut war, seinen Fahrstuhl auf die Straße. Dann trug sie ihn huckepack heraus. Er war der freundlichste Mensch im Dorf Jedem hat er entgegen gelacht und mit jedem ein kleines Schwätzchen gehalten. Er wusste von allen Freuden und allem Kummer. Für alle hatte er ein liebes Wort. Seine Eltern pflegten und versorgten ihn mit sehr viel Liebe. Zweimal am Tag gab's eine Pfeife zum rauchen. Die Mutter brachte sie schon gestopft heraus und er zündete das Streichholz an. Mit seinen verbogenen steifen Fingern hatte er oft lange und schwer zu arbeiten. Wenn es geklappt hat rief er laut, "Sie brennt." Seine Augen strahlten. Er hatte noch einen jüngeren Bruder, der ihm immer helfen wollte. Er grinste nur und sagte, "Herman, vielleicht morgen. Heute hat's Feuer bei mir gefangen, gelt gut? Morgen bist du dran." Sein Vater fuhr ihn jeden Sonntag in die Kirche. Er schob ihn ganz vor bis zum Altar und blieb bei ihm stehen bis das letzte Lied gesungen war. Anschließend gingen sie, wie jeden Sonntag, zur Männerrunde in die Gaststätte. Jeder trank ein Glas Wein, auch Rudolf Er war ein hilfloser Mensch, aber einer der glücklichsten, von allen angenommen und beachtet trotz seiner Leiden und seiner Hilflosigkeit.
|