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801 Philipp Jacob wanderte mit 21 Jahren nach Amerika aus. In New York angekommen hatte er noch ca. 25 Cents in der Tasche. Er arbeitete zunächst für einen Farmer für acht Dollar im Monat. Auf dem Kanal fuhr er weiter nach Buffalo und mit einem Dampfer weiter nach Erie. Er fand Arbeit in der Brauerei von Georg Frey, danach ein Jahr als Vorarbeiter in Diet's Brauerei. danach hatte er genug Geld gespart, um ein eigenes kleines Geschäft zu starten. Er mietete sich eine Brauerei, danach kaufte er sich eine eigene Brauerei und produzierte helles Bier und Lagerbier. Das Malzen führte er selbst durch. Philipp Jacob vergrößerte seine Brauerei ständig und erhöhte aufgrund der Nachfrage seine Kapazität. Philipp Jacob Weschler wurde in Amerika ein erfolgreicher Geschäftsmann.

Quelle: Weschler-Familienbuch von André Raymond Weschler 
Weschler, Philipp Jacob (I16546)
 
802 Philipp Jacob wanderte mit Ehefrau und sechs Kindern nach Bessarabien aus in die Kolonie Speier / Odessa.


Reiseroute und Sichtvermerke:
Frankfurt a.M. (06./18.04.1809), Erfurt (20.05.1809), Leipzig 14./26.05.1809), Babice (15.06.1809), Myslenice (18.06.1809), Bochnia (19.06.1809), Lemberg (27.06.1809).

Quelle: Passliste deutscher Auswanderer nach Russland (Liste I) 
Heid, Philipp Jacob (I4333)
 
803 Philipp Jakob und seine Frau Anna Eva Gehrlein sind Blutsverwandt 2. Grades. Heid, Philipp Jakob (I4909)
 
804 Philipp Keller hat seine Vaterschaft zum Kind Maximilian Joseph anerkannt. Keller, Philipp (I7197)
 
805 Philipp Keller und seine Frau Kreger Maria Magdalena hatten 5 Kinder in den USA. Keller, Philipp (I6591)
 
806 Philipp Peter war ein illegitimes Kind von Maria Catharina Kuh. Am 12.05.1850 hat Johann Philipp Hesselschwerdt die Vaterschaft anerkannt. Hesselschwerdt, Philipp Peter (I5727)
 
807 Philipp und seine Frau waren Geschwisterkinder durch die Mutter. Um heiraten zu dürfen, bekamen sie die Erlaubnis von der Kirche (Dispensatione de impedimento consanguinitas). Sei Haus stand im Oberdorf 22, danach gehörte dieses Haus dem Kohlenhändler Karl Adam Lösch. Weschler, Philipp (I16698)
 
808 Philipp wanderte mit Ehefrau und zwei Kindern nach Bessarabien aus in die Kolonie Karlsruhe / Odessa.

Reiseroute und Sichtvermerke:
Frankfurt a.M. (16./28.04.1809), Erfurt (20.05.1809), Leipzig 14./26.05.1809), Babice (15.06.1809), Myslenice (18.06.1809), Bochnia (19.06.1809), Lemberg (27.06.1809), Podhorce (30.06.1809).

Quelle: Passliste deutscher Auswanderer nach Russland (Liste VII) 
Deubig, Johann Philipp (I1880)
 
809 Protokoll eines Sitzung des Ausschusses für Verbesserungen.

Sitzung des Ausschusses für lokale Verbesserungen

Der Ausschuss für lokale Verbesserungen traf sich am Dienstagabend, dem 11. Mai, im Rathaus, um sich zu organisieren und alle anderen Geschäfte abzuwickeln, die dem Ausschuss ordnungsgemäß vorgelegt werden könnten.
Anwesend: P.E.Kroehler, A.H. Biedelman und Val. Keller.

Auf Antrag von Val. Keller wurde A.H. Biedelmann ordnungsgemäß zum Sekretär des Ausschusses gewählt.

Der erste Gutschein, der von Ingenieur Shield an John Hayes Son´s Co. für Verbesserungen der East Side ausgestellt wurde, wurde dem Ausschuss vorgelegt und an den Ausschussvorsitzenden zur weiteren Information zurückverwiesen.

Der Ausschuss erwog auch die Frage, ob die folgenden Straßen mit Ziegeln gepflastert werden sollten: Washington Street, von der Iron Bridge bis zu den Eisenbahnschienen; Jefferson Avenue, von der Main Street bis zur Frost Street; Main Street, von der Stone Bridge bis zur Gasse hinter Slick & Kochleys Laden; Allee der Water Street; Chicago Avenue von der Washington Street bis zur Front Street. Der Vorstandsvorsitzende wurde beauftragt, Schätzungen der voraussichtlichen Kosten einzuholen.

Da keine weiteren Angelegenheiten anstanden, wurde die Sitzung auf Antrag von Valentine Keller vertagt.

A.H. Heidelman
Sekretär

Quelle: The nappervielle Clarion, Vol. 45 Number 41, 12.05.1909
 
Keller, Valentin (I9077)
 
810 Quelle:
Landesarchiv Speyer, Bestand H 34, Nr. 3163 
Albrecht, Johannes (I41)
 
811 Quelle: Bayrische StaatsBiliothek

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik
Mittwoch, 25. Juli 1849

Warnung für deutsche Auswanderer

Wir unterzeichnete, Passagiere am Bord des Argo, Kapitän Davis, von Havre nach New York, haben uns entschlossen zum allgemeinen Nutzenunserer deutschen Brüder, sowie deren Aufklärung über die Überfahrts-Verhältnisse der deutschen Auswanderer auf dieser Route in Nachfolgend dem gewissenhaften Bericht zu erstatten. Wie wünschen zugleich, dass diese Erklärung durch die deutschen Blätter veröffentlicht werden. Die Versprechungen, die uns gemäß dem mit dem Hause Washington-Finlay abgeschlossenen Überfahrts-Vertrag gemacht wurden, garantierten uns:
1) gute, zweckmäßige und billige Lebensmittel,
2) 2) eine ordentliche Küche und hinreichend Feuerungsmaterial,
3) 3) gute und zweckmäßig eingerichtete Schlafstellen und
4) 4) Licht und nöthigenfalls Apotheke. Nach unseren bisher gemachten Erfahrungen müssen jedoch die obigen Versprechungen in ihrer Verwirklichung folgendermaßen berichtigt werden: Zu
1) die Lebensmittel, die uns aus dem Magazin des Hauses Finlay ausgehändigt wurden, waren weder in Bezug ihrer Güte, noch ihrer Preise dem entsprechend, was wir billigerweise verlangen konnten. Nicht nur, daß uns nicht gestattet war, die Lebensmittel aus dem Magazin, für die wir schon im Voraus bezahlen mußten, bezüglich ihrer Brauchbarkeit oder ihrer Quantität zu untersuchen, sondern die Bediensteten des Hauses erlaubten sich sogar, namentlich ein gewisser Kahn, Drohungen und Verweigerungen der Schiffsplätze in ungebührender und anmaßender Weise gegen diejenigen auszustoßen, die den Proviant nicht aus ihrem Magazin kaufen wollten. Wer sich jedoch hiervon nicht abschrecken ließ, sondern seinen Vorrat selbst einkaufte, hatte den Vortheil, bedeutend billigere und bessere Lebensmittel mit auf die Reise mitnehmen zu können. So z.B. wurde Schinken und Anderes von Finlay erst eine Stunde vor der Abfahrt auf dem Schiff verteilt, wodurch es den Akkordanten nicht mehr möglich war, unbrauchbare Lebensmittel auszutauschen, oder zurückzugeben. Wirklich mußten auch bald, nachdem wir in See gegangen waren, viele dieser aus dem Magazin gefaßten Vorräthe über Bord geworfen werden und was übrig blieb, war nicht weniger schlecht. Ja sogar meinen Betrug erlaubte sich das Haus Finlay, indem es Hammelfleisch für Schweinefleisch verkaufte und bedeutender Gewichtsirrungen sich schuldig machte.
2) Der Raum, in welchen für die dreihundert und achtzehn Zwischendeckspassagiere gekocht werden soll, ist 14 Fuß lang und 4 1/3 Fuß breit. Der Herd selbst, nur 8 Fuß lang und 1 ½ Fuß breit, enthält 8 Kochlöcher. Für die Kochenden bleiben nur 48 Quardratfuß zur Bewegung.
Es ist daher leicht begreiflich, daß in einem so engen Raum für die obige Anzahl Passagiere kaum Einmal, viel weniger dreimal eine Mahlzeit zubereitet werden kann. Wir hofften vergebens von Seiten des Kapitäns eine geregeltere Küchenordnung aufgestellt zu sehen. Der Schwächere mußte dem Stärkeren weichen und so kam es, daß manche im Tage nicht eine warme Speise erhalten konnten. Die Folgen hiervon zeigten sich leider zu bald in Erkrankungen mehrerer Passagiere wegen dieser Unregelmäßigkeit. Zwar gelang es später durch unsere eigene Anstrengung, eine geregeltere Kochordnung nach den Bettnummern einzuführen, allein auch dies konnte nicht genügen, den Einzelnen mehr als einmal des Tages zum Kochen zuzulassen. Hierzu kommt noch, daß uns das Feuerungsmaterial äußerst sparsam, unzureichend und auch dann nur auf wiederholtes Dringen verabreicht wurde. Zu

3) Nicht besser waren unsere Verhältnisse in Bezug des Raumes, der uns zum Aufenthalte bei Tag und Nacht angewiesen war. Das Zwischendeck, in dem 318 Menschen leben sollen, ist nur 160 Fuß lang und 30 Fuß breit, von welchem Raum jedoch auf die Schlafstellen nur 1848 Quadratschuh treffen. Kisten, Säcke etc. und eine beidseitiger schmaler Gang nehmen den übrigen Raum ein. Die Bettstellen, je zwei übereinander für acht Personen sind nur 6 Fuß breit und lang; die Höhe des Zwischendecks beträgt 7 ½ Fuß.
An große Reinlichkeit in einem solchen Raum ist also nicht zu denken, sie kann auch mit dem besten Willen nicht hergestellt werden, da den dichtgedrängten Effekten und Personen während der Reinigung kein anderweitiger Platz eingeräumt werden kann. Es wurde zwar zur größten Unbequemlichkeit der Passagiere wöchentlich einmal eine Reinigung des Zwischendecks durch die Schiffsmannschaft vorgenommen, welche aber, sowie die tägliche durch die Passagiere, höchstens für einige Stunden von Dauer sein konnte. Der unbedeutende Raum auf dem Verdecke wird durch die dort befindlichen Schiffsgegenstände noch mehr beschränkt und durch die Arbeiten der Mannschaft manchmal selbst ganz in Anspruch genommen, so daß wir auch hiervon wenig Genuß haben konnten. Ist nun vollends bei ungünstiger Witterung das Zwischendeck allen Passagieren zum alleinigen Aufenthalt angewiesen, so muß wegen Mangel an Zirkulation frischer Luft die Unreinlichkeit und Ungesundheit in diesem Raume nothwendig noch bedeutend vergrößert werden.
Zu
4) In Bezug auf Beleuchtung herrschte die dieselbe übertriebene Sparsamkeit, wie wir sie oben beim Feuerungsmaterial anführten. Die ganze Beleuchtung des Zwischendecks bestand in zwei Laternen, welche nur zur Zeit des Schlafengehens zwei Stunden lang ihr spärliches Licht verbreiteten, dann aber für immer abgeholt wurden und die große Anzahl Menschen in tiefer Finsterniß und wohl begreiflicher Lage zurückließen. An Hülfe im Falle einer Erkrankung durch Arzt oder Apotheker ist gar nicht zu denken. Der ganze Reichtum der Schiffsapotheke besteht in einigen Abführungs- und Brechmitteln Thee und Wundmitteln, die vom Steuermann nach bester Einsicht ohne medizinische Kenntnisse verabreicht werden. Wir müssen bei gehöriger Überdenkung unserer Lage in beständiger Angst schweben und dies umso mehr, als bereits 3 aus unserer Mitte, 2 Kinder und 2 Frau, nach kurzem Erkranktsein an Bord starben, welches Loos bei gehöriger Pflege und Hülfe ihnen nicht so schnell zu Theil geworden wäre. Nicht einmal bei Antritt der Seereise in Havre wurde eine ärztliche Untersuchung der Passagiere veranstaltet, obwohl es vorkam, daß Leute mit Krätze und Blattern behaftet aufs Schiff gingen. Ebenso erwähnen wir, hierbei den mangen eines Krankenzimmers, das bei den häufigen Vorkommnissen solcher Art, sowohl für die Erkrankten als Gesunden zum großen Vortheil gereichen müßte. Selbst die toten mußten bis zur Versenkung ins Meer unter den Lebenden aufbewahrt werden.
Waren wir nun in Bezug auf die gemachten Versprechungen arg enttäuscht, so mußte uns auch die Behandlung, die wir als Passagiere an Bord des Schiffes fanden, noch mehr befremden. Die Kränkungen, sogar thätlichen Beleidigungen, die wir durch die Launenhaftigkeit der Schiffsoffiziere erfuhren, waren umso unerträglicher, als keine Klage gegen diese Willkürherrschaft angebracht werden konnte.
Wir wollen hier beispielhalber nur anführen, daß der Schiffskeller, in dem die Lebensmittel der Passagiere aufbewahrt werden, oft in 6 bis 7 Tagen nicht, je nach Laune der Offiziere, geöffnet wurde, während mal uns in Havre versrochen hatte, daß dies wöchentlich zwei bis dreimal geschehe. Manche unter uns konnten bis heute, am 26.Tag unserer Reise, ihre Lebensmittel nicht heraufbekommen. Zum Schlusse wollen wir jeden auswanderungslustigen Deutschen warnen, sich solchen Verhältnissen dem hause Washington Finlay zu verkaufen; wir wollen ihm vielmehr rathen, ohne Kontrakt nach dem Seehafen zu reisen, wo er dann sicher Gelegenheit finden wird, nach freier Wahl billiger und angenehmer seine Überfahrt machen zu können, als dies uns möglich war.

Geschrieben und gezeichnet am Bord des ARGO, Samstag, den 23. Juni 1849
Gust. Hinterleitner a.Weissenburg/S., D. Titan v.Hefner a. München ……..
Fr. Jos.Schwab v. Leimersheim, Joh. Peter Schwab v. Leimersheim, Joh. Phil. Rastatter v. Leimersheim, Joh. Ad..Bürkel aus Leimersheim, Jakob Wissmann von Münchigen bei Stuttgart, Bendikt u.Joh. Dolfs v. Schwüz im Cant. Graubünden u.v.a.
 
Schwab, Franz Joseph (I14545)
 
812 Quelle: Bayrische StaatsBiliothek

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik
Mittwoch, 25. Juli 1849

Warnung für deutsche Auswanderer

Wir unterzeichnete, Passagiere am Bord des Argo, Kapitän Davis, von Havre nach New York, haben uns entschlossen zum allgemeinen Nutzenunserer deutschen Brüder, sowie deren Aufklärung über die Überfahrts-Verhältnisse der deutschen Auswanderer auf dieser Route in Nachfolgend dem gewissenhaften Bericht zu erstatten. Wie wünschen zugleich, dass diese Erklärung durch die deutschen Blätter veröffentlicht werden.-Die Versprechungen, die uns gemäß dem mit dem hause Washington-Finlay abgeschlossenen Überfahrts-Vertrag gemacht wurden, garantierten uns:
1) gute, zweckmäßige und billige Lebensmittel,
2) 2) eine ordentliche Küche und hinreichend Feuerungsmaterial,
3) 3) gute und zweckmäßig eingerichtete Schlafstellen und
4) 4) Licht und nöthigenfalls Apotheke. Nach unseren bisher gemachten Erfahrungen müssen jedoch die obigen Versprechungen in ihrer Verwirklichung folgendermaßen berichtigt werden: Zu
1) die Lebensmittel, die uns aus dem Magazin des Hauses Finlay ausgehändigt wurden, waren weder in Bezug ihrer Güte, noch ihrer Preise dem entsprechend, was wir billigerweise verlangen konnten. Nicht nur, daß uns nicht gestattet war, die Lebensmittel aus dem Magazin, für die wir schon im Voraus bezahlen mußten, bezüglich ihrer Brauchbarkeit oder ihrer Quantität zu untersuchen, sondern die Bediensteten des Hauses erlaubten sich sogar, namentlich ein gewisser Kahn, Drohungen und Verweigerungen der Schiffsplätze in ungebührender und anmaßender Weise gegen diejenigen auszustoßen, die den Proviant nicht aus ihrem Magazin kaufen wollten. Wer sich jedoch hiervon nicht abschrecken ließ, sondern seinen Vorrat selbst einkaufte, hatte den Vortheil, bedeutend billigere und bessere Lebensmittel mit auf die Reise mitnehmen zu können. So z.B. wurde Schinken und Anderes von Finlay erst eine Stunde vor der Abfahrt auf dem Schiff verteilt, wodurch es den Akkordanten nicht mehr möglich war, unbrauchbare Lebensmittel auszutauschen, oder zurückzugeben. Wirklich mußten auch bald, nachdem wir in See gegangen waren, viele dieser aus dem Magazin gefaßten Vorräthe über Bord geworfen werden und was übrig blieb, war nicht weniger schlecht. Ja sogar meinen Betrug erlaubte sich das Haus Finlay, indem es Hammelfleisch für Schweinefleisch verkaufte und bedeutender Gewichtsirrungen sich schuldig machte.
2) Der Raum, in welchen für die dreihundert und achtzehn Zwischendeckspassagiere gekocht werden soll, ist 14 Fuß lang und 4 1/3 Fuß breit. Der Herd selbst, nur 8 Fuß lang und 1 ½ Fuß breit, enthält 8 Kochlöcher. Für die Kochenden bleiben nur 48 Quardratfuß zur Bewegung.
Es ist daher leicht begreiflich, daß in einem so engen Raum für die obige Anzahl Passagiere kaum Einmal, viel weniger dreimal eine Mahlzeit zubereitet werden kann. Wir hofften vergebens von Seiten des Kapitäns eine geregeltere Küchenordnung aufgestellt zu sehen. Der Schwächere mußte dem Stärkeren weichen und so kam es, daß manche im Tage nicht eine warme Speise erhalten konnten. Die Folgen hiervon zeigten sich leider zu bald in Erkrankungen mehrerer Passagiere wegen dieser Unregelmäßigkeit. Zwar gelang es später durch unsere eigene Anstrengung, eine geregeltere Kochordnung nach den Bettnummern einzuführen, allein auch dies konnte nicht genügen, den Einzelnen mehr als einmal des Tages zum Kochen zuzulassen. Hierzu kommt noch, daß uns das Feuerungsmaterial äußerst sparsam, unzureichend und auch dann nur auf wiederholtes Dringen verabreicht wurde. Zu

3) Nicht besser waren unsere Verhältnisse in Bezug des Raumes, der uns zum Aufenthalte bei Tag und Nacht angewiesen war. Das Zwischendeck, in dem 318 Menschen leben sollen, ist nur 160 Fuß lang und 30 Fuß breit, von welchem Raum jedoch auf die Schlafstellen nur 1848 Quadratschuh treffen. Kisten, Säcke etc. und eine beidseitiger schmaler Gang nehmen den übrigen Raum ein. Die Bettstellen, je zwei übereinander für acht Personen sind nur 6 Fuß breit und lang; die Höhe des Zwischendecks beträgt 7 ½ Fuß.
An große Reinlichkeit in einem solchen Raum ist also nicht zu denken, sie kann auch mit dem besten Willen nicht hergestellt werden, da den dichtgedrängten Effekten und Personen während der Reinigung kein anderweitiger Platz eingeräumt werden kann. Es wurde zwar zur größten Unbequemlichkeit der Passagiere wöchentlich einmal eine Reinigung des Zwischendecks durch die Schiffsmannschaft vorgenommen, welche aber, sowie die tägliche durch die Passagiere, höchstens für einige Stunden von Dauer sein konnte. Der unbedeutende Raum auf dem Verdecke wird durch die dort befindlichen Schiffsgegenstände noch mehr beschränkt und durch die Arbeiten der Mannschaft manchmal selbst ganz in Anspruch genommen, so daß wir auch hiervon wenig Genuß haben konnten. Ist nun vollends bei ungünstiger Witterung das Zwischendeck allen Passagieren zum alleinigen Aufenthalt angewiesen, so muß wegen Mangel an Zirkulation frischer Luft die Unreinlichkeit und Ungesundheit in diesem Raume nothwendig noch bedeutend vergrößert werden.
Zu
4) In Bezug auf Beleuchtung herrschte die dieselbe übertriebene Sparsamkeit, wie wir sie oben beim Feuerungsmaterial anführten. Die ganze Beleuchtung des Zwischendecks bestand in zwei Laternen, welche nur zur Zeit des Schlafengehens zwei Stunden lang ihr spärliches Licht verbreiteten, dann aber für immer abgeholt wurden und die große Anzahl Menschen in tiefer Finsterniß und wohl begreiflicher Lage zurückließen. An Hülfe im Falle einer Erkrankung durch Arzt oder Apotheker ist gar nicht zu denken. Der ganze Reichtum der Schiffsapotheke besteht in einigen Abführungs- und Brechmitteln Thee und Wundmitteln, die vom Steuermann nach bester Einsicht ohne medizinische Kenntnisse verabreicht werden. Wir müssen bei gehöriger Überdenkung unserer Lage in beständiger Angst schweben und dies umso mehr, als bereits 3 aus unserer Mitte, 2 Kinder und 2 Frau, nach kurzem Erkranktsein an Bord starben, welches Loos bei gehöriger Pflege und Hülfe ihnen nicht so schnell zu Theil geworden wäre. Nicht einmal bei Antritt der Seereise in Havre wurde eine ärztliche Untersuchung der Passagiere veranstaltet, obwohl es vorkam, daß Leute mit Krätze und Blattern behaftet aufs Schiff gingen. Ebenso erwähnen wir, hierbei den mangen eines Krankenzimmers, das bei den häufigen Vorkommnissen solcher Art, sowohl für die Erkrankten als Gesunden zum großen Vortheil gereichen müßte. Selbst die toten mußten bis zur Versenkung ins Meer unter den Lebenden aufbewahrt werden.
Waren wir nun in Bezug auf die gemachten Versprechungen arg enttäuscht, so mußte uns auch die Behandlung, die wir als Passagiere an Bord des Schiffes fanden, noch mehr befremden. Die Kränkungen, sogar thätlichen Beleidigungen, die wir durch die Launenhaftigkeit der Schiffsoffiziere erfuhren, waren umso unerträglicher, als keine Klage gegen diese Willkürherrschaft angebracht werden konnte.
Wir wollen hier beispielhalber nur anführen, daß der Schiffskeller, in dem die Lebensmittel der Passagiere aufbewahrt werden, oft in 6 bis 7 Tagen nicht, je nach Laune der Offiziere, geöffnet wurde, während mal uns in Havre versrochen hatte, daß dies wöchentlich zwei bis dreimal geschehe. Manche unter uns konnten bis heute, am 26.Tag unserer Reise, ihre Lebensmittel nicht heraufbekommen. Zum Schlusse wollen wir jeden auswanderungslustigen Deutschen warnen, sich solchen Verhältnissen dem hause Washington Finlay zu verkaufen; wir wollen ihm vielmehr rathen, ohne Kontrakt nach dem Seehafen zu reisen, wo er dann sicher Gelegenheit finden wird, nach freier Wahl billiger und angenehmer seine Überfahrt machen zu können, als dies uns möglich war.

Geschrieben und gezeichnet am Bord des ARGO, Samstag, den 23. Juni 1849
Gust. Hinterleitner a.Weissenburg/S., D. Titan v.Hefner a. München ……..
Fr. Jos.Schwab v. Leimersheim, Joh. Peter Schwab v. Leimersheim, Joh. Phil. Rastatter v. Leimersheim, Joh. Ad..Bürkel aus Leimersheim, Jakob Wissmann von Münchigen bei Stuttgart, Bendikt u.Joh. Dolfs v. Schwüz im Cant. Graubünden u.v.a.
 
Rastatter, Johann Philipp (I12900)
 
813 Quelle: Bayrische StaatsBiliothek
Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik
Mittwoch, 25. Juli 1849
Warnung für deutsche Auswanderer

Wir unterzeichnete, Passagiere am Bord des Argo, Kapitän Davis, von Havre nach New York, haben uns entschlossen zum allgemeinen Nutzenunserer deutschen Brüder, sowie deren Aufklärung über die Überfahrts-Verhältnisse der deutschen Auswanderer auf dieser
Route in Nachfolgend dem gewissenhaften Bericht zu erstatten. Wie wünschen zugleich, dass diese Erklärung durch die deutschen Blätter veröffentlicht werden.-Die Versprechungen, die uns gemäß dem mit dem Hause Washington-Finlay abgeschlossenen
Überfahrts-Vertrag gemacht wurden, garantierten uns:
1) gute, zweckmäßige und billige Lebensmittel,
2) eine ordentliche Küche und hinreichend Feuerungsmaterial,
3) gute und zweckmäßig eingerichtete Schlafstellen und
4) Licht und nöthigenfalls Apotheke. Nach unseren bisher gemachten Erfahrungen müssen jedoch die obigen Versprechungen in ihrer Verwirklichung folgendermaßen berichtigt werden: Zu
1) die Lebensmittel, die uns aus dem Magazin des Hauses Finlay ausgehändigt wurden, waren weder in Bezug ihrer Güte, noch ihrer Preise dem entsprechend, was wir billigerweise verlangen konnten. Nicht nur, daß uns nicht gestattet war, die Lebensmittel aus dem Magazin, für die wir schon im Voraus bezahlen mußten, bezüglich ihrer Brauchbarkeit oder ihrer Quantität zu untersuchen, sondern die Bediensteten des Hauses erlaubten sich sogar, namentlich ein gewisser Kahn, Drohungen und Verweigerungen der Schiffsplätze in ungebührender und
anmaßender Weise gegen diejenigen auszustoßen, die den Proviant nicht aus ihrem Magazin kaufen wollten. Wer sich jedoch hiervon nicht abschrecken ließ, sondern seinen Vorrat selbst einkaufte, hatte den Vortheil, bedeutend billigere und bessere Lebensmittel mit auf die Reise mitnehmen zu können. So z.B. wurde Schinken und Anderes von Finlay erst eine Stunde vor der Abfahrt auf dem Schiff verteilt, wodurch es den Akkordanten nicht mehr möglich war, unbrauchbare Lebensmittel
auszutauschen, oder zurückzugeben. Wirklich mußten auch bald, nachdem wir in See gegangen waren, viele dieser aus dem Magazin gefaßten Vorräthe über Bord geworfen werden und was übrig blieb, war nicht weniger schlecht. Ja sogar meinen Betrug erlaubte sich das Haus Finlay, indem es Hammelfleisch für Schweinefleisch verkaufte und bedeutender Gewichtsirrungen sich schuldig machte.
2) Der Raum, in welchen für die dreihundert und achtzehn Zwischendeckspassagiere gekocht werden soll, ist 14 Fuß lang und 4 1/3 Fuß breit. Der Herd selbst, nur 8 Fuß lang
und 1 ½ Fuß breit, enthält 8 Kochlöcher. Für die Kochenden bleiben nur 48 Quardratfuß zur Bewegung.
Es ist daher leicht begreiflich, daß in einem so engen Raum für die obige Anzahl Passagiere kaum Einmal, viel weniger dreimal eine Mahlzeit zubereitet werden kann. Wir hofften vergebens von Seiten des Kapitäns eine geregeltere Küchenordnung aufgestellt zu sehen.
Der Schwächere mußte dem Stärkeren weichen und so kam es, daß manche im Tage nicht eine warme Speise erhalten konnten. Die Folgen hiervon zeigten sich leider zu bald in Erkrankungen mehrerer Passagiere wegen dieser Unregelmäßigkeit. Zwar gelang es später durch unsere eigene Anstrengung, eine geregeltere Kochordnung nach den Bettnummern einzuführen, allein auch dies konnte nicht genügen, den Einzelnen mehr als einmal des
Tages zum Kochen zuzulassen. Hierzu kommt noch, daß uns das Feuerungsmaterial äußerst sparsam, unzureichend und auch dann nur auf wiederholtes Dringen verabreicht wurde.
Zu
3) Nicht besser waren unsere Verhältnisse in Bezug des Raumes, der uns zum Aufenthalte bei Tag und Nacht angewiesen war. Das Zwischendeck, in dem 318 Menschen leben sollen, ist nur 160 Fuß lang und 30 Fuß breit, von welchem Raum jedoch auf die Schlafstellen nur 1848 Quadratschuh treffen. Kisten, Säcke etc. und eine beidseitiger schmaler Gang nehmen den übrigen Raum ein. Die Bettstellen, je zwei übereinander für acht Personen sind nur 6 Fuß breit und lang; die Höhe des Zwischendecks beträgt 7 ½ Fuß.
An große Reinlichkeit in einem solchen Raum ist also nicht zu denken, sie kann auch mit dem besten Willen nicht hergestellt werden, da den dichtgedrängten Effekten und Personen
während der Reinigung kein anderweitiger Platz eingeräumt werden kann. Es wurde zwar zur größten Unbequemlichkeit der Passagiere wöchentlich einmal eine Reinigung des Zwischendecks durch die Schiffsmannschaft vorgenommen, welche aber, sowie die tägliche durch die Passagiere, höchstens für einige Stunden von Dauer sein konnte. Der unbedeutende Raum auf dem Verdecke wird durch die dort befindlichen Schiffsgegenstände noch mehr beschränkt und durch die Arbeiten der Mannschaft manchmal selbst ganz in Anspruch genommen, so daß wir auch hiervon wenig Genuß haben konnten. Ist nun vollends bei ungünstiger Witterung das Zwischendeck allen Passagieren zum alleinigen
Aufenthalt angewiesen, so muß wegen Mangel an Zirkulation frischer Luft die Unreinlichkeit und Ungesundheit in diesem Raume nothwendig noch bedeutend vergrößert werden.
Zu
4) In Bezug auf Beleuchtung herrschte die dieselbe übertriebene Sparsamkeit, wie wir sie oben beim Feuerungsmaterial anführten. Die ganze Beleuchtung des Zwischendecks bestand in zwei Laternen, welche nur zur Zeit des Schlafengehens zwei Stunden lang ihr spärliches Licht verbreiteten, dann aber für immer abgeholt wurden und die große Anzahl Menschen in tiefer Finsterniß und wohl begreiflicher Lage zurückließen. An Hülfe im Falle einer Erkrankung durch Arzt oder Apotheker ist gar nicht zu denken. Der ganze Reichtum der Schiffsapotheke besteht in einigen Abführungs- und Brechmitteln Thee und Wundmitteln,
die vom Steuermann nach bester Einsicht ohne medizinische Kenntnisse verabreicht werden. Wir müssen bei gehöriger Überdenkung unserer Lage in beständiger Angst schweben und dies umso mehr, als bereits 3 aus unserer Mitte, 2 Kinder und 2 Frau, nach kurzem Erkranktsein an Bord starben, welches Loos bei gehöriger Pflege und Hülfe ihnen nicht so schnell zu Theil geworden wäre. Nicht einmal bei Antritt der Seereise in Havre
wurde eine ärztliche Untersuchung der Passagiere veranstaltet, obwohl es vorkam, daß Leute mit Krätze und Blattern behaftet aufs Schiff gingen. Ebenso erwähnen wir, hierbei den
mangen eines Krankenzimmers, das bei den häufigen Vorkommnissen solcher Art, sowohl für die Erkrankten als Gesunden zum großen Vortheil gereichen müßte. Selbst die toten mußten bis zur Versenkung ins Meer unter den Lebenden aufbewahrt werden.
Waren wir nun in Bezug auf die gemachten Versprechungen arg enttäuscht, so mußte uns auch die Behandlung, die wir als Passagiere an Bord des Schiffes fanden, noch mehr
befremden. Die Kränkungen, sogar thätlichen Beleidigungen, die wir durch die Launenhaftigkeit der Schiffsoffiziere erfuhren, waren umso unerträglicher, als keine Klage gegen diese Willkürherrschaft angebracht werden konnte.

Wir wollen hier beispielhalber nur anführen, daß der Schiffskeller, in dem die Lebensmittel der Passagiere aufbewahrt werden, oft in 6 bis 7 Tagen nicht, je nach Laune der Offiziere, geöffnet wurde, während mal uns in Havre versrochen hatte, daß dies wöchentlich zwei bis dreimal geschehe. Manche unter uns konnten bis heute, am 26.Tag unserer Reise, ihre Lebensmittel nicht heraufbekommen. Zum Schlusse wollen wir jeden auswanderungslustigen Deutschen warnen, sich solchen Verhältnissen dem hause Washington Finlay zu verkaufen;
wir wollen ihm vielmehr rathen, ohne Kontrakt nach dem Seehafen zu reisen, wo er dann sicher Gelegenheit finden wird, nach freier Wahl billiger und angenehmer seine Überfahrt
machen zu können, als dies uns möglich war.

Geschrieben und gezeichnet am Bord des ARGO, Samstag, den 23. Juni 1849
Gust. Hinterleitner a.Weissenburg/S., D. Titan v.Hefner a. München ……..
Fr. Jos.Schwab v. Leimersheim, Joh. Peter Schwab v. Leimersheim, Joh. Phil. Rastatter v. Leimersheim, Joh. Ad..Bürkel aus Leimersheim, Jakob Wissmann von München 
Schwab, Johann Peter (I14570)
 
814 Quelle: Bayrische StaatsBiliothek
Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik
Mittwoch, 25. Juli 1849
Warnung für deutsche Auswanderer
Wir unterzeichnete, Passagiere am Bord des Argo, Kapitän Davis, von Havre nach New York, haben uns entschlossen zum allgemeinen Nutzenunserer deutschen Brüder, sowie deren Aufklärung über die Überfahrts-Verhältnisse der deutschen Auswanderer auf dieser
Route in Nachfolgend dem gewissenhaften Bericht zu erstatten. Wie wünschen zugleich, dass diese Erklärung durch die deutschen Blätter veröffentlicht werden.-Die Versprechungen, die uns gemäß dem mit dem hause Washington-Finlay abgeschlossenen
Überfahrts-Vertrag gemacht wurden, garantierten uns:
1) gute, zweckmäßige und billige Lebensmittel,
2) 2) eine ordentliche Küche und hinreichend Feuerungsmaterial,
3) 3) gute und zweckmäßig eingerichtete Schlafstellen und
4) 4) Licht und nöthigenfalls Apotheke.
Nach unseren bisher gemachten Erfahrungen müssen jedoch die obigen Versprechungen in ihrer Verwirklichung folgendermaßen
berichtigt werden: Zu
1) die Lebensmittel, die uns aus dem Magazin des Hauses Finlay ausgehändigt wurden, waren weder in Bezug ihrer Güte, noch ihrer Preise dem entsprechend, was wir
billigerweise verlangen konnten. Nicht nur, daß uns nicht gestattet war, die Lebensmittel aus dem Magazin, für die wir schon im Voraus bezahlen mußten, bezüglich ihrer Brauchbarkeit oder ihrer Quantität zu untersuchen, sondern die Bediensteten des Hauses erlaubten sich sogar, namentlich ein gewisser Kahn,
Drohungen und Verweigerungen der Schiffsplätze in ungebührender und anmaßender Weise gegen diejenigen auszustoßen, die den Proviant nicht aus ihrem Magazin kaufen wollten. Wer sich jedoch hiervon nicht abschrecken ließ, sondern seinen Vorrat selbst einkaufte, hatte den Vortheil, bedeutend billigere und bessere Lebensmittel mit auf die Reise mitnehmen zu können. So z.B. wurde Schinken und Anderes von Finlay erst eine Stunde vor der Abfahrt auf dem Schiff verteilt, wodurch es den Akkordanten nicht mehr möglich war, unbrauchbare Lebensmittel
auszutauschen, oder zurückzugeben. Wirklich mußten auch bald, nachdem wir in See gegangen waren, viele dieser aus dem Magazin gefaßten Vorräthe über Bord geworfen werden und was übrig blieb, war nicht weniger schlecht. Ja sogar meinen
Betrug erlaubte sich das Haus Finlay, indem es Hammelfleisch für Schweinefleisch verkaufte und bedeutender Gewichtsirrungen sich schuldig machte.
2) Der Raum, in welchen für die dreihundert und achtzehn Zwischendeckspassagiere gekocht werden soll, ist 14 Fuß lang und 4 1/3 Fuß breit. Der Herd selbst, nur 8 Fuß lang
und 1 ½ Fuß breit, enthält 8 Kochlöcher. Für die Kochenden bleiben nur 48 Quardratfuß zur Bewegung.
Es ist daher leicht begreiflich, daß in einem so engen Raum für die obige Anzahl Passagiere kaum Einmal, viel weniger dreimal eine Mahlzeit zubereitet werden kann. Wir hofften vergebens von Seiten des Kapitäns eine geregeltere Küchenordnung aufgestellt zu sehen.
Der Schwächere mußte dem Stärkeren weichen und so kam es, daß manche im Tage nicht eine warme Speise erhalten konnten. Die Folgen hiervon zeigten sich leider zu bald in Erkrankungen mehrerer Passagiere wegen dieser Unregelmäßigkeit. Zwar gelang es später durch unsere eigene Anstrengung, eine geregeltere Kochordnung nach den Bettnummern einzuführen, allein auch dies konnte nicht genügen, den Einzelnen mehr als einmal des
Tages zum Kochen zuzulassen. Hierzu kommt noch, daß uns das Feuerungsmaterial äußerst sparsam, unzureichend und auch dann nur auf wiederholtes Dringen verabreicht wurde. Zu
3) Nicht besser waren unsere Verhältnisse in Bezug des Raumes, der uns zum Aufenthalte bei Tag und Nacht angewiesen war. Das Zwischendeck, in dem 318 Menschen leben sollen, ist nur 160 Fuß lang und 30 Fuß breit, von welchem Raum jedoch auf die Schlafstellen nur 1848 Quadratschuh treffen. Kisten, Säcke etc. und eine beidseitiger schmaler Gang nehmen den übrigen Raum ein. Die Bettstellen, je zwei übereinander für acht Personen sind nur 6 Fuß breit und lang; die Höhe des Zwischendecks beträgt 7 ½ Fuß.
An große Reinlichkeit in einem solchen Raum ist also nicht zu denken, sie kann auch mit dem besten Willen nicht hergestellt werden, da den dichtgedrängten Effekten und Personen während der Reinigung kein anderweitiger Platz eingeräumt werden kann. Es wurde zwar zur größten Unbequemlichkeit der Passagiere wöchentlich einmal eine Reinigung des Zwischendecks durch die Schiffsmannschaft vorgenommen, welche aber, sowie die tägliche
durch die Passagiere, höchstens für einige Stunden von Dauer sein konnte. Der unbedeutende Raum auf dem Verdecke wird durch die dort befindlichen Schiffsgegenstände noch mehr beschränkt und durch die Arbeiten der Mannschaft manchmal selbst ganz in
Anspruch genommen, so daß wir auch hiervon wenig Genuß haben konnten. Ist nun vollends bei ungünstiger Witterung das Zwischendeck allen Passagieren zum alleinigen Aufenthalt angewiesen, so muß wegen Mangel an Zirkulation frischer Luft die Unreinlichkeit und Ungesundheit in diesem Raume nothwendig noch bedeutend vergrößert werden.
Zu
4) In Bezug auf Beleuchtung herrschte die dieselbe übertriebene Sparsamkeit, wie wir sie oben beim Feuerungsmaterial anführten. Die ganze Beleuchtung des Zwischendecks bestand in zwei Laternen, welche nur zur Zeit des Schlafengehens zwei Stunden lang ihr spärliches Licht verbreiteten, dann aber für immer abgeholt wurden und die große Anzahl Menschen in tiefer Finsterniß und wohl begreiflicher Lage zurückließen. An Hülfe im Falle einer Erkrankung durch Arzt oder Apotheker ist gar nicht zu denken. Der ganze Reichtum der Schiffsapotheke besteht in einigen Abführungs- und Brechmitteln Thee und Wundmitteln,
die vom Steuermann nach bester Einsicht ohne medizinische Kenntnisse verabreicht werden. Wir müssen bei gehöriger Überdenkung unserer Lage in beständiger Angst schweben und dies umso mehr, als bereits 3 aus unserer Mitte, 2 Kinder und 2 Frau, nach kurzem Erkranktsein an Bord starben, welches Loos bei gehöriger Pflege und Hülfe ihnen nicht so schnell zu Theil geworden wäre. Nicht einmal bei Antritt der Seereise in Havre
wurde eine ärztliche Untersuchung der Passagiere veranstaltet, obwohl es vorkam, daß Leute mit Krätze und Blattern behaftet aufs Schiff gingen. Ebenso erwähnen wir, hierbei den
mangen eines Krankenzimmers, das bei den häufigen Vorkommnissen solcher Art, sowohl für die Erkrankten als Gesunden zum großen Vortheil gereichen müßte. Selbst die toten mußten bis zur Versenkung ins Meer unter den Lebenden aufbewahrt werden.
Waren wir nun in Bezug auf die gemachten Versprechungen arg enttäuscht, so mußte uns auch die Behandlung, die wir als Passagiere an Bord des Schiffes fanden, noch mehr
befremden. Die Kränkungen, sogar thätlichen Beleidigungen, die wir durch die Launenhaftigkeit der Schiffsoffiziere erfuhren, waren umso unerträglicher, als keine Klage gegen diese Willkürherrschaft angebracht werden konnte.
Wir wollen hier beispielhalber nur anführen, daß der Schiffskeller, in dem die Lebensmittel der Passagiere aufbewahrt werden, oft in 6 bis 7 Tagen nicht, je nach Laune der Offiziere, geöffnet wurde, während mal uns in Havre versrochen hatte, daß dies wöchentlich zwei bis dreimal geschehe. Manche unter uns konnten bis heute, am 26.Tag unserer Reise, ihre Lebensmittel nicht heraufbekommen. Zum Schlusse wollen wir jeden auswanderungslustigen Deutschen warnen, sich solchen Verhältnissen dem hause Washington Finlay zu verkaufen;
wir wollen ihm vielmehr rathen, ohne Kontrakt nach dem Seehafen zu reisen, wo er dann sicher Gelegenheit finden wird, nach freier Wahl billiger und angenehmer seine Überfahrt machen zu können, als dies uns möglich war.

Geschrieben und gezeichnet am Bord des ARGO, Samstag, den 23. Juni 1849
Gust. Hinterleitner a.Weissenburg/S., D. Titan v.Hefner a. München ……..
Fr. Jos.Schwab v. Leimersheim, Joh. Peter Schwab v. Leimersheim, Joh. Phil. Rastatter v. Leimersheim, Joh. Ad..Bürkel aus Leimersheim, Jakob Wissmann von München 
Bürckel, Johann Adam (I1611)
 
815 Quelle: Bayrische StaatsBiliothek
Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik
Mittwoch, 25. Juli 1849
Warnung für deutsche Auswanderer
Wir unterzeichnete, Passagiere am Bord des Argo, Kapitän Davis, von Havre nach NewYork, haben uns entschlossen zum allgemeinen Nutzenunserer deutschen Brüder, sowie deren Aufklärung über die Überfahrts-Verhältnisse der deutschen Auswanderer auf dieser
Route in Nachfolgend dem gewissenhaften Bericht zu erstatten. Wie wünschen zugleich, dass diese Erklärung durch die deutschen Blätter veröffentlicht werden.-Die Versprechungen, die uns gemäß dem mit dem hause Washington-Finlay abgeschlossenen
Überfahrts-Vertrag gemacht wurden, garantierten uns:
1) gute, zweckmäßige und billige Lebensmittel,
2) 2) eine ordentliche Küche und hinreichend Feuerungsmaterial,
3) 3) gute und zweckmäßig eingerichtete Schlafstellen und
4) 4) Licht und nöthigenfalls Apotheke.
Nach unseren bisher gemachten Erfahrungen müssen jedoch die obigen Versprechungen in ihrer Verwirklichung folgendermaßen
berichtigt werden: Zu
1) die Lebensmittel, die uns aus dem Magazin des Hauses Finlay ausgehändigt wurden,waren weder in Bezug ihrer Güte, noch ihrer Preise dem entsprechend, was wir billigerweise verlangen konnten. Nicht nur, daß uns nicht gestattet war, die
Lebensmittel aus dem Magazin, für die wir schon im Voraus bezahlen mußten, bezüglich ihrer Brauchbarkeit oder ihrer Quantität zu untersuchen, sondern die Bediensteten des Hauses erlaubten sich sogar, namentlich ein gewisser Kahn, Drohungen und Verweigerungen der Schiffsplätze in ungebührender und
anmaßender Weise gegen diejenigen auszustoßen, die den Proviant nicht aus ihrem Magazin kaufen wollten. Wer sich jedoch hiervon nicht abschrecken ließ, sondern seinen Vorrat selbst einkaufte, hatte den Vortheil, bedeutend billigere und bessere Lebensmittel mit auf die Reise mitnehmen zu können. So z.B. wurde Schinken und Anderes von Finlay erst eine Stunde vor der Abfahrt auf dem Schiff verteilt, wodurch es den Akkordanten nicht mehr möglich war, unbrauchbare Lebensmittel auszutauschen, oder zurückzugeben. Wirklich mußten auch bald, nachdem wir in See gegangen waren, viele dieser aus dem Magazin gefaßten Vorräthe über Bord geworfen werden und was übrig blieb, war nicht weniger schlecht. Ja sogar meinen
Betrug erlaubte sich das Haus Finlay, indem es Hammelfleisch für Schweinefleisch verkaufte und bedeutender Gewichtsirrungen sich schuldig machte.
2) Der Raum, in welchen für die dreihundert und achtzehn Zwischendeckspassagiere gekocht werden soll, ist 14 Fuß lang und 4 1/3 Fuß breit. Der Herd selbst, nur 8 Fuß lang
und 1 ½ Fuß breit, enthält 8 Kochlöcher. Für die Kochenden bleiben nur 48 Quardratfuß zur Bewegung.
Es ist daher leicht begreiflich, daß in einem so engen Raum für die obige Anzahl Passagiere kaum Einmal, viel weniger dreimal eine Mahlzeit zubereitet werden kann. Wir hofften vergebens von Seiten des Kapitäns eine geregeltere Küchenordnung aufgestellt zu sehen.
Der Schwächere mußte dem Stärkeren weichen und so kam es, daß manche im Tage nicht eine warme Speise erhalten konnten. Die Folgen hiervon zeigten sich leider zu bald in Erkrankungen mehrerer Passagiere wegen dieser Unregelmäßigkeit. Zwar gelang es später durch unsere eigene Anstrengung, eine geregeltere Kochordnung nach den Bettnummern einzuführen, allein auch dies konnte nicht genügen, den Einzelnen mehr als einmal des
Tages zum Kochen zuzulassen. Hierzu kommt noch, daß uns das Feuerungsmaterial äußerst sparsam, unzureichend und auch dann nur auf wiederholtes Dringen verabreicht
wurde. Zu
3) Nicht besser waren unsere Verhältnisse in Bezug des Raumes, der uns zum Aufenthalte bei Tag und Nacht angewiesen war. Das Zwischendeck, in dem 318 Menschen leben sollen, ist nur 160 Fuß lang und 30 Fuß breit, von welchem Raum jedoch auf die Schlafstellen nur 1848 Quadratschuh treffen. Kisten, Säcke etc. und eine beidseitiger schmaler Gang nehmen den übrigen Raum ein. Die Bettstellen, je zwei übereinander für acht Personen sind nur 6 Fuß breit und lang; die Höhe des Zwischendecks beträgt 7 ½ Fuß.
An große Reinlichkeit in einem solchen Raum ist also nicht zu denken, sie kann auch mit dem besten Willen nicht hergestellt werden, da den dichtgedrängten Effekten und Personen
während der Reinigung kein anderweitiger Platz eingeräumt werden kann. Es wurde zwar zur größten Unbequemlichkeit der Passagiere wöchentlich einmal eine Reinigung des
Zwischendecks durch die Schiffsmannschaft vorgenommen, welche aber, sowie die tägliche durch die Passagiere, höchstens für einige Stunden von Dauer sein konnte. Der unbedeutende Raum auf dem Verdecke wird durch die dort befindlichen Schiffsgegenstände noch mehr beschränkt und durch die Arbeiten der Mannschaft manchmal selbst ganz in Anspruch genommen, so daß wir auch hiervon wenig Genuß haben konnten. Ist nun
vollends bei ungünstiger Witterung das Zwischendeck allen Passagieren zum alleinigen Aufenthalt angewiesen, so muß wegen Mangel an Zirkulation frischer Luft die Unreinlichkeit
und Ungesundheit in diesem Raume nothwendig noch bedeutend vergrößert werden.
Zu
4) In Bezug auf Beleuchtung herrschte die dieselbe übertriebene Sparsamkeit, wie wir sie oben beim Feuerungsmaterial anführten. Die ganze Beleuchtung des Zwischendecks bestand in zwei Laternen, welche nur zur Zeit des Schlafengehens zwei Stunden lang ihr spärliches Licht verbreiteten, dann aber für immer abgeholt wurden und die große Anzahl Menschen in tiefer Finsterniß und wohl begreiflicher Lage zurückließen. An Hülfe im Falle einer Erkrankung durch Arzt oder Apotheker ist gar nicht zu denken. Der ganze Reichtum der Schiffsapotheke besteht in einigen Abführungs- und Brechmitteln Thee und Wundmitteln,
die vom Steuermann nach bester Einsicht ohne medizinische Kenntnisse verabreicht werden. Wir müssen bei gehöriger Überdenkung unserer Lage in beständiger Angst schweben und dies umso mehr, als bereits 3 aus unserer Mitte, 2 Kinder und 2 Frau, nach kurzem Erkranktsein an Bord starben, welches Loos bei gehöriger Pflege und Hülfe ihnen nicht so schnell zu Theil geworden wäre. Nicht einmal bei Antritt der Seereise in Havre
wurde eine ärztliche Untersuchung der Passagiere veranstaltet, obwohl es vorkam, daß Leute mit Krätze und Blattern behaftet aufs Schiff gingen. Ebenso erwähnen wir, hierbei den
mangen eines Krankenzimmers, das bei den häufigen Vorkommnissen solcher Art, sowohl für die Erkrankten als Gesunden zum großen Vortheil gereichen müßte. Selbst die toten mußten bis zur Versenkung ins Meer unter den Lebenden aufbewahrt werden.
Waren wir nun in Bezug auf die gemachten Versprechungen arg enttäuscht, so mußte uns auch die Behandlung, die wir als Passagiere an Bord des Schiffes fanden, noch mehr
befremden. Die Kränkungen, sogar thätlichen Beleidigungen, die wir durch die Launenhaftigkeit der Schiffsoffiziere erfuhren, waren umso unerträglicher, als keine Klage gegen diese Willkürherrschaft angebracht werden konnte.
Wir wollen hier beispielhalber nur anführen, daß der Schiffskeller, in dem die Lebensmittel der Passagiere aufbewahrt werden, oft in 6 bis 7 Tagen nicht, je nach Laune der Offiziere, geöffnet wurde, während mal uns in Havre versrochen hatte, daß dies wöchentlich zwei bis dreimal geschehe. Manche unter uns konnten bis heute, am 26.Tag unserer Reise, ihre Lebensmittel nicht heraufbekommen. Zum Schlusse wollen wir jeden auswanderungslustigen Deutschen warnen, sich solchen Verhältnissen dem hause Washington Finlay zu verkaufen;
wir wollen ihm vielmehr rathen, ohne Kontrakt nach dem Seehafen zu reisen, wo er dann sicher Gelegenheit finden wird, nach freier Wahl billiger und angenehmer seine Überfahrt
machen zu können, als dies uns möglich war.

Geschrieben und gezeichnet am Bord des ARGO, Samstag, den 23. Juni 1849
Gust. Hinterleitner a.Weissenburg/S., D. Titan v.Hefner a. München ……..
Fr. Jos.Schwab v. Leimersheim, Joh. Peter Schwab v. Leimersheim, Joh. Phil. Rastatter v. Leimersheim, Joh. Ad.Bürkel aus Leimersheim, Jakob Wissmann von München 
Bürckel, Johann Adam (I1565)
 
816 Quelle: Die Ansiedler der Kolonie Karlsruhe am Beresan in den Jahren 1839-1840 Leron, Barbara (I19001)
 
817 Quelle: Die Ansiedler der Kolonie Karlsruhe am Beresan in den Jahren 1839-1840 Leron, Barbara (I19001)
 
818 Quelle: Die Ansiedler der Kolonie Karlsruhe am Beresan in den Jahren 1839-1840 Heintz, Aloys (I19002)
 
819 Quelle: Die Ansiedler der Kolonie Karlsruhe am Beresan in den Jahren 1839-1840 Heintz, Elisabeth (I19003)
 
820 Quelle: Die Ansiedler der Kolonie Karlsruhe am Beresan in den Jahren 1839-1840 Heintz, Elisabeth (I19003)
 
821 Quelle: Großherzogl. Bad. Allg. Anzeigeblatt vom 24.06.1857 Kuhn, Apollonia (I8076)
 
822 Quelle: Karl Stumpp: Die Auswanderer der Deutschen nach Russland, S. 797. Familie: Wingerter, Franz Anton / Müller, Eva Margaretha (F546)
 
823 Quelle: Karlsruher Tagblatt v. 1.11.1874 Familie: Boos, Karl / Joachim, Bertha (F4449)
 
824 Quelle: Karlsruher Zeitung v. 17.02.1910 Familie: Strebel, Friedrich / Heid, Franziska (F4450)
 
825 Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Generalarchiv Karlsruhe 76 Nr. 8770, Personalakte Wolf, Carl Anton (I17498)
 
826 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Loesch, Ludwig Franz Eugen (I9938)
 
827 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Loesch, Josef Ernst Oskar (I11253)
 
828 Quelle: Leimersheimer Geschichten / Personen Loesch, Adam (I9883)
 
829 Quelle: VDK Weschler, Michael (I16640)
 
830 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Marthaler, Hermann (I11492)
 
831 Quellen: 1900 United States Federal Census - Ancestry.com - Online publication - Provo, UT, USA: The Generations Network, Inc., 2004.Original data - United States of America, Bureau of the Census. Twelfth Census of the United States, 1900. Washington, D.C.: National Archives and Records Administration, 1900. T623, - 1,7602::0 - Year: 1900; Census Place: Washington, Washington, District of Columbia; Roll: 164; Page: 20B; Enumeration District: 0125; FHL microfilm: 1240164 - 1,7602::372795 Familie: Weschler, Adam Alfred / Mac Cormick, Ellen Elisabeth (F2113)
 
832 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Serr, Rainer Adam (I7284)
 
833 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Weschler, Ralph Alfred (I5834)
 
834 Rebecca zog nach dem Tod ihres Mannes mit beiden Söhnen nach Kaiserslautern, danach nach Mannheim. Waelder, Rebecca (I576)
 
835 Regina hatte drei uneheliche Kinder:
1. Andreas, * 13.07.1858 StA
2. Genova, * 08.06.1860, + 17.10.1860 StA
3. Mathias, * 19.01.1862 StA, anerkannt von Jacob Englert aus Kuhardt. 
Heid, Regina (I4784)
 
836 Regina hatte drei uneheliche Kinder:
1. Andreas, * 13.07.1858 StA,
2. Genoveva, *06.06.1860, + 17.10.1860,
3. Mathias, * 17.01.1862, anerkannt von Johann Jacob Englert. 
Heidt, Regina (I2431)
 
837 Regina verkaufte jede Woche ihre Bauernprodukte auf dem Wochenmarkt in Speyer. Am Anfang des 2. Weltkrieges starb sie auf der Flucht. Rauscher, Regina (I6706)
 
838 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Familie: / Emling, Regina Gabriele (F3475)
 
839 Reinhard wurde am 31. Januar 1841 in Leimersheim , Deutschland als Sohn von Johannes Liebel und Eva Hammer geboren. Liebel war eines von sechs Kindern, die alle in Leimersheim , Deutschland , geboren wurden . Zusammen mit ihren Eltern wanderten sie 1857 an Bord der SV Argo [1] von Le Havre (dem zweitgrößten Hafen Frankreichs ) nach New York City in die Vereinigten Staaten aus . Die Kinder waren: Jacob Liebel (1834–1880), George Philip Liebel (1836–1893), Francis Peter Liebel (1838–1895), Friedensrichter und Schöffe in Erie, der seinen Auftrag am 25. April 1871 erhielt. 1887 wurde Francis, einst einer der reichsten Bürger von Erie, festgenommen, nachdem sein Geschäft von der Polizei beschlagnahmt worden war. Laut damaligen Nachrichten überfielen Liebel und ein Trupp den von der Polizei beschlagnahmten Laden mit einer Axt und vertrieben die Abgeordneten aus dem Gelände, [2] Reinhard Liebel (1841-1905), Michael Liebel (1843-1906) , und Maria Frances Liebel (1845-1850).

Durch seinen Bruder Michael und seine Schwägerin Clara Maria Uhr (die auch eine Schwester von Reinhards Frau war) war er Onkel von Michael Liebel, Jr. (1870–1927), dem Bürgermeister von Erie, Pennsylvania . von 1906-1911 und ein demokratisches Mitglied des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten von Pennsylvania von 1915-1917.

Hotel Liebelhaus
Die Liebel's betrieben auch das Liebel House, ein Hotel, das am 1. Januar 1887 in der State Street 1101-1114 in Erie auf dem Gelände des alten Keefer House (auch als United States Hotel bekannt ) eröffnet wurde. Das Hotel war neben dem Reed House das größte in Erie und hieß ursprünglich Arlington . Nach einigen Jahren wurde es zu Ehren der Erbauer in Haus Liebel umbenannt .

Das Hotel war bis Oktober 1901 in Betrieb, als ein großer Kessel in der Messinggießerei der Hayes Manufacturing Company in der West 11th Street explodierte und das Hayes-Gebäude und ein angrenzendes Gebäude, das direkt hinter dem Liebel House stand und mit diesem verbunden war, vollständig zerstörte überdachter Durchgang über die Gasse . Zum Zeitpunkt der Explosion wurde das Abendessen serviert, und sechs Frauen, die sich in der Küche des Liebel-Hauses befanden, kamen in dem Wrack ums Leben. Die Drift der Explosion ging durch die Hotelbar mit diesem Teil des Hotels völlig zerstört. Das Hotel selbst wurde durch die Zerstörung aller Glasfenster schwer beschädigt und schließlich abgerissen. Der Schaden am Gebäude der Hayes Manufacturing Company und am Hotel belief sich auf etwa 50.000 US-Dollar (entspricht 1.629.000 US-Dollar im Jahr 2021).

Gewähltes Amt
Reinhard war ein überzeugter Demokrat und diente der Stadt Erie in mehreren offiziellen Positionen:

Mitglied des Board of Fire Commissioners von 1887-1892
Gemeinsamer Rat unter Bürgermeister David T. Jones im Jahr 1880
Gemeinsamer Rat unter Bürgermeister Joseph McCarter im Jahr 1881
Select Council unter Bürgermeister Joseph McCarter im Jahr 1882
Gemeinsamer Rat unter Bürgermeister Philip Becker im Jahr 1883
Liebels Bruder, Michael Liebel (1843–1906), diente ebenfalls von 1871–1875 im Common Council , dessen Präsident er von 1873–1874 war (unter Bürgermeister Charles M. Reed und Bürgermeister Henry Rawle). 1876 ​​diente er als Präsident des Select Council unter Bürgermeister John W. Hammond. Von 1877 bis 1881 war Michael Mitglied des Board of Commissioners der Erie Water Works . Von 1904 bis 1906 war Michael Mitglied des Board of Railroad Crossing Commissioners. [5]

Vereine und Organisationen
Liebel wurde als "unternehmungslustiger und fortschrittlicher Bürger beschrieben und hat viel für das südliche und südwestliche Ende der Stadt getan". Außerdem wurde gesagt, dass "er ein Mann war, der schnell Freunde fand und sie immer beibehielt". Er war Gründungsmitglied der Catholic Mutual Benevolent Association ("CMBA") Branch No. 9 und außerdem Mitglied des PHC und des Erie Maennerchor , einer deutschen Gesangsgesellschaft und eines 1871 gegründeten Gesellschaftsvereins Zeit seines Lebens war Liebel im Immobilien- und Versicherungsgeschäft tätig.

Persönliches Leben und Sterben

Persönliches Leben und Sterben

Maria Uhr Liebel
Liebel heiratete Mary Uhr (1844-1903), die in Kanada als Tochter von Johann Uhr und Margaretha Paul Uhr geboren wurde. Zusammen hatten sie sieben Söhne und fünf Töchter:
John G. Liebel (1862-1916)
Helen Liebel (1864-1919)
Edmund Liebel (1866- )
Katharina Liebel (1867-1901)
Clara Liebel (1869-1923)
Adam Friedrich Liebel (1872-1930)
Georg Reinhard Liebel (1874-1953)
Hermann Liebel (1879-1956)
Wilhelm V. Liebel (1879-1914)
Elanora M. Liebel (1881-1969)
Amelia M. Liebel (1884-1979)
Albert L. Liebel (1887-1950)
Liebel starb am 11. März 1905 als einer der bekanntesten Bürger von Erie in der Familienresidenz, 2316 Peach Street Erie, Pennsylvania . Liebel war seit über einem Jahr krank. Seine Frau Mary Liebel starb etwas mehr als ein Jahr vor ihm im Jahr 1903. Liebels Beerdigung fand in der St. Joseph's Church statt.

Quellennachweise:
"USA und Kanada, Passagier- und Einwanderungslistenindex, 1500er-1900er" . ancestry.com .

„Die Männer des Sheriffs vertreiben“ . Die New York Times . 19. Mai 1887 . Abgerufen am 16. November 2015 .

"LEIDEN SIND BEENDET - Der Tod von Reinhard Liebel ist heute Morgen eingetreten - Ein angesehener Bürger". Erie Daily Times. 12. März 1905.

"South Erie Iron Works" . philadelphiabuildings.org . Abgerufen am 23. September 2015 .

Geschichte von Erie County, Pennsylvania (Band 1) . Erie, Pa.: Unigraphic. 1884.

Haire, Andrew J. (1898). Home Furnishing Review, Band 13 . Abgerufen am 23. September 2015 .

Whitman, Benjamin (1896). Nelson's Biographical Dictionary and Historical Reference Book of Erie County, Pennsylvania: Containing a Condensed History of Pennsylvania, of Erie County, and of the Multiple Cities, Boroughs and Townships in the County sowie Portraits and Biographies of the Governor's Since 1790, and zahlreicher Repräsentanten Bürger . Erie County, PA: SB Nelson. p. 590 . Abgerufen am 3. März 2017 . Frederic Felix Curtze.

Whitman, Benjamin (1896). Nelsons biographisches Wörterbuch und historisches Nachschlagewerk von Erie County, Pennsylvania . Erie, Pennsylvania: SB Nelson. p. 757 . liebel.

"Eine schreckliche Explosion" . Tägliche Zeiten New Brunswick, NJ. 10. Oktober 1901 . Abgerufen am 23. September 2015 .

Lynch, John M. (1901). "Der Nationalingenieur" . Nationaler Verband der Energieingenieure.




 
Liebel, Reinhard (I9485)
 
840 Reise nach der Krim

Reisebericht von Michael Höfer aus Hördt und Johann Georg Loesch aus Leimersheim:


Wir verließen den 17.Mai (Leipzig) diese Gegend und gingen durch Sachsen, Preußen und Galizien nach dem ersten russischen Grenzorte Radziwil, von da über Impol, Alt- und Neukonstantinon; Krasel, Balte nach der ungefähr drei Meilen von der Dnjiester gelegenen Seestadt Odessa, wo wir den 24. August ankamen.

Wir mussten die ganze Reise durch Deutschland, und Galizien, ohne die geringste Unterstützung auf eigene Kosten machen. erst in Radziwil, dem ersten russischen Städtchen in Polen, erhielten wir zur Fortsetzung der Reise, bis nach Odessa einiges Geld und zwar für eine erwachsene Person täglich 20 Kopecken oder 10 Kr. und für eine Kind unter 16 Jahren 10 Kopecken oder 5 Kr.

In Odessa wurden wir mit den übrig angekommenen noch verschiedenen Orten der Kolonie geschickt, um dort den Winter zu verbringen und die Anlegung eines neuen Dorfes und die Anweisung des für uns bestimmten Landes abzuwarten.

Wir trafen unsere Landsleute, die Theils ein, Theils mehrere Jahre schon dahin gezogen waren, in elenden, mit Rohr gedeckten Hütten und in Lumpen gehüllt an, und es bedurfte wenig Zeit, um uns vollkommen zu überzeugen, daß wir in allen unseren Erwartungen grausam getäuscht und betrogen waren. Alle Ankömmlinge ohne Unterschied überhäuften zum Willkommen jene, welche durch ihre herausgeschickte Briefe die Gegend als so fruchtbar und ihr Schicksal als so glücklich gepriesen, und uns hierdurch zu dieser unglücklichen Reise verleitet hatten, auf der Stelle mit den bittersten Vorwürfen. Einige erklärten die in ihrem Namen dahier in Umlauf gebrachten Briefe als falsch und erdichtet. Andere entschuldigten sich mit dem Vorgeben, sie hätten allein deswegen das Land und ihre Lagen so geschildert, um ihren Feinden nicht zum Spott zu werden. Aber wahrscheinlich sind diese Briefe in der Absicht geschrieben worden, um durch Anlockung mehrere Kolonisten, sich bei dem Gouverement von Odessa einzuschmeicheln, das auch gewöhnlich die Bestellung der Briefe besorgt und sich hierzu eines Mannes namens Klein von Langenbrücken und Schoch von Hagenau, und anderer mehr bedient. Jener hat auch verflossenes Jahr durch die in hiesiger Gegend ausgestreuten Briefe zur Auswanderung verführt. Was uns am stärksten aufhielt, war die Bemerkung; daß eben diejenigen, welche schon 5 oder 6 Jahre daselbst wohnen, elender und ärmer als die kürzlich Angekommenen sind, ein Beweis, daß auch bey dem anhaltendsten Fleiß keiner im Stand ist, sich aus der Dürftigkeit emporzuarbeiten.

Der Boden ist rauh und eisenfest. Beim ersten Umbrechen des Landes müssen 6 Ochsen oder 4 Pferde vor den Pflug gespannt werden. Die Saatzeit ist im Mai, die Erndte zu Ende August. Das Feld trägt nichts als Sommerweizen, Hafer und Kartoffeln. Winterfrüchte kommen nicht fort, weil bey der heftigen Kälte alles erfriert. Sommergewächsen wie Hanf, Flachs, Welschkorn gerathen eben so wenig, weil der Sommer mit großer Hitze anfängt, und die ganze Zeit bis zum Herbst wenig oder gar kein Regen fällt. Nicht einmal kommen Rüben auf; sie verdorren kurze Zeit, nachdem sie aufgegangen. Der Boden ist im Sommer so hart und trocken, daß er aufspringt und das Stroh vom Hafen und Weizen wird kaum 2 Schuh hoch.

Im Winter hat man alle Mühe, um sich vor Erfrieren zu schützen. In den elenden, von dünnen Balken mit Leimen ausgestopften und mit Schilf bedeckten Hütten ist kein anderes Feuerungsmittel als gedörrter Kuhmist und Rohr, welchen an den sumpfigen Ufern des Dnjiesters geschnitten wird, wovon die meisten Ortschaften 4, 6 oder 8 Stunden entfernt sind. Daß auf 30 Meilen kein Holz wächst, ist bekannt. Alle Versuche des Gouverneurs von Odessa, Obstbäume zu pflanzen, sind stets vergeblich gewesen. Er ließ schon mehrmals mit großen Kosten Obstbäume und vorzüglich Maulbeerbäume aus der Moldau kommen, sie wurden alle mit Sorgfalt gepflanzt, starben aber immer den ersten Sommer wieder ab. Die angekommenen Kolonisten erhalten von der Regierung auf jede Familie 355 Rubel in Papiergeld, wovon man den 6. Teil im Auswechseln verliert und nach Verlauf von 10 Jahren muß das Ganze, ohne Zinsen wieder zurückbezahlt werden. Von der angeführten Summe werden von dem Beamten 175 Rubel für die Wohnung, deren Einrichtung derselbe gewöhnlich besorgt, angerechnet. Fenster, Türen und Kamin muß sich der Kolonist noch besonders anschaffen. Der Überrest reicht zum Ankauf des nötigen Viehes, Ackergeräth und der Saatfrüchte kaum hin.

Weiters werden auf jeden Kopf jung oder alt, von dem Tage, wo sie in Odessa angelangen bis zur nächsten Erntezeit 10 Kopeken oder 5 Kreuzer bezahlt, dann hört aber auch alle Unterstützung auf. Der Kolonist mag das erste Jahr eine gute oder schlechte Ernte machen, Krankheit, Viehseuche oder sonstige Uebel mögen Ihn treffen, er kann nichts mehr rechnen und geht der Mann aus Elend oder Mangel zu Grunde, so verlieren Frauen und Kinder das Gut; es seye dann, daß sich ein anderer vorfindet, der die Witwe heiratet oder daß ein erwachsener Sohn da ist, der die Wirtschaft antreten kann. Ist das aber nicht, so vergibt der Beamte das Gut nach Gutdünken, wem er will. Nicht einmal eine Entschädigung können die Hinterlassenen fordern, auch dann nicht, wenn sie erweisen können, daß ihre Eltern von Ihrem mitgebrachten Vermögen Gebäude aufgeführt, oder das gut auf sonst eine Art verbessert haben. Der Tod des Vaters benimmt ihnen alle Ansprüche auf das gut, das dazugehörige Vieh und Ackergeräth.

Sämtliche Ortschaften stehen unter der Aufsicht eines ehemaligen österreichischen Unteroffiziers, der den Titel eines Oberschultheisen führet und die Kolonisten strenge behandelt. Kleine Verbrechen oder Vergehen als Ungehorsam und dergleichen werden mit Peitschenhieben, wovon sogar schwangere Weiber nicht verschont sind, bestraft. Größere Verbrechen, worunter auch das Hinweglaufen gehöret, mit 5 tägiger Knute, eine Strafe, die unter 10 kaum einer überlebt. Kommt er aber davon, so wird er noch 2 Jahre an den Karren geschmiedet.

Zu Entkommen ist beinahe unmöglich, indem die Kolonie viele starke Tagreisen von der Grenze entfernt ist, die überdies sehr scharf von Kosaken bewacht wird. Uns gelang es durch Vermittlung eines Strasburgers, der die Reise mit uns von hier bis Odessa gemacht, und bey der dortigen Kanzley als Sekretär angestellt ward, einen Reisepaß ausgestellt von Herzog Richelieu, Gouverneur von Cherson, datiert vom 30. Sept. 1809 auf russisch und ins deutsche übersetzt, unter dem Vorwand, daß wir unsere hier noch zurückgelassene Verwandten abholen wollten, auszuwirken. Und doch würde die Verwendung unseres Freundes vergeblich gewesen seyn, wenn nicht ein jeder von uns als Bürgschaft für unsere auf bestimmte Rückkehr 300 Gulden hätte hinterlegen können. Wir gaben dieses Geld mit Freuden und erkauften uns die Erlaubnis, damit ein Land wieder verlassen zu dürfen, das wir nie gesehen haben wünschten.

Quelle: Pfälzische Landesbibliothek Speyer
 
Loesch, Johann Georg (I9763)
 
841 Reisebericht von Michael Höfer aus Hördt und Johann Georg Loesch aus Leimersheim:
Reise nach der Krim

Wir verließen den 17.Mai (Leipzig) diese Gegend und gingen durch Sachsen, Preußen und Galizien nach dem ersten russischen Grenzorte Radziwil, von da über Impol, Alt- und Neukonstantinon; Krasel, Balte nach der ungefähr drei Meilen von der Dnjiester gelegenen Seestadt Odessa, wo wir den 24. August ankamen.

Wir mussten die ganze Reise durch Deutschland, und Galizien, ohne die geringste Unterstützung auf eigene Kosten machen. erst in Radziwil, dem ersten russischen Städtchen in Polen, erhielten wir zur Fortsetzung der Reise, bis nach Odessa einiges Geld und zwar für eine erwachsene Person täglich 20 Kopecken oder 10 Kr. und für eine Kind unter 16 Jahren 10 Kopecken oder 5 Kr.

In Odessa wurden wir mit den übrig angekommenen noch verschiedenen Orten der Kolonie geschickt, um dort den Winter zu verbringen und die Anlegung eines neuen Dorfes und die Anweisung des für uns bestimmten Landes abzuwarten.

Wir trafen unsere Landsleute, die Theils ein, Theils mehrere Jahre schon dahin gezogen waren, in elenden, mit Rohr gedeckten Hütten und in Lumpen gehüllt an, und es bedurfte wenig Zeit, um uns vollkommen zu überzeugen, daß wir in allen unseren Erwartungen grausam getäuscht und betrogen waren. Alle Ankömmlinge ohne Unterschied überhäuften zum Willkommen jene, welche durch ihre herausgeschickte Briefe die Gegend als so fruchtbar und ihr Schicksal als so glücklich gepriesen, und uns hierdurch zu dieser unglücklichen Reise verleitet hatten, auf der Stelle mit den bittersten Vorwürfen. Einige erklärten die in ihrem Namen dahier in Umlauf gebrachten Briefe als falsch und erdichtet. Andere entschuldigten sich mit dem Vorgeben, sie hätten allein deswegen das Land und ihre Lagen so geschildert, um ihren Feinden nicht zum Spott zu werden. Aber wahrscheinlich sind diese Briefe in der Absicht geschrieben worden, um durch Anlockung mehrere Kolonisten, sich bei dem Gouverement von Odessa einzuschmeicheln, das auch gewöhnlich die Bestellung der Briefe besorgt und sich hierzu eines Mannes namens Klein von Langenbrücken und Schoch von Hagenau, und anderer mehr bedient. Jener hat auch verflossenes Jahr durch die in hiesiger Gegend ausgestreuten Briefe zur Auswanderung verführt. Was uns am stärksten aufhielt, war die Bemerkung; daß eben diejenigen, welche schon 5 oder 6 Jahre daselbst wohnen, elender und ärmer als die kürzlich Angekommenen sind, ein Beweis, daß auch bey dem anhaltendsten Fleiß keiner im Stand ist, sich aus der Dürftigkeit emporzuarbeiten.

Der Boden ist rauh und eisenfest. Beim ersten Umbrechen des Landes müssen 6 Ochsen oder 4 Pferde vor den Pflug gespannt werden. Die Saatzeit ist im Mai, die Erndte zu Ende August. Das Feld trägt nichts als Sommerweizen, Hafer und Kartoffeln. Winterfrüchte kommen nicht fort, weil bey der heftigen Kälte alles erfriert. Sommergewächsen wie Hanf, Flachs, Welschkorn gerathen eben so wenig, weil der Sommer mit großer Hitze anfängt, und die ganze Zeit bis zum Herbst wenig oder gar kein Regen fällt. Nicht einmal kommen Rüben auf; sie verdorren kurze Zeit, nachdem sie aufgegangen. Der Boden ist im Sommer so hart und trocken, daß er aufspringt und das Stroh vom Hafen und Weizen wird kaum 2 Schuh hoch.

Im Winter hat man alle Mühe, um sich vor Erfrieren zu schützen. In den elenden, von dünnen Balken mit Leimen ausgestopften und mit Schilf bedeckten Hütten ist kein anderes Feuerungsmittel als gedörrter Kuhmist und Rohr, welchen an den sumpfigen Ufern des Dnjiesters geschnitten wird, wovon die meisten Ortschaften 4, 6 oder 8 Stunden entfernt sind. Daß auf 30 Meilen kein Holz wächst, ist bekannt. Alle Versuche des Gouverneurs von Odessa, Obstbäume zu pflanzen, sind stets vergeblich gewesen. Er ließ schon mehrmals mit großen Kosten Obstbäume und vorzüglich Maulbeerbäume aus der Moldau kommen, sie wurden alle mit Sorgfalt gepflanzt, starben aber immer den ersten Sommer wieder ab. Die angekommenen Kolonisten erhalten von der Regierung auf jede Familie 355 Rubel in Papiergeld, wovon man den 6. Teil im Auswechseln verliert und nach Verlauf von 10 Jahren muß das Ganze, ohne Zinsen wieder zurückbezahlt werden. Von der angeführten Summe werden von dem Beamten 175 Rubel für die Wohnung, deren Einrichtung derselbe gewöhnlich besorgt, angerechnet. Fenster, Türen und Kamin muß sich der Kolonist noch besonders anschaffen. Der Überrest reicht zum Ankauf des nötigen Viehes, Ackergeräth und der Saatfrüchte kaum hin.

Weiters werden auf jeden Kopf jung oder alt, von dem Tage, wo sie in Odessa angelangen bis zur nächsten Erntezeit 10 Kopeken oder 5 Kreuzer bezahlt, dann hört aber auch alle Unterstützung auf. Der Kolonist mag das erste Jahr eine gute oder schlechte Ernte machen, Krankheit, Viehseuche oder sonstige Uebel mögen Ihn treffen, er kann nichts mehr rechnen und geht der Mann aus Elend oder Mangel zu Grunde, so verlieren Frauen und Kinder das G; es seye dann, daß sich ein anderer vorfindet, der die Witwe heiratet oder daß ein erwachsener Sohn da ist, der die Wirtschaft antreten kann. Ist das aber nicht, so vergibt der Beamte das Gut nach Gutdünken, wem er will. Nicht einmal eine Entschädigung können die Hinterlassenen fordern, auch dann nicht, wenn sie erweisen können, daß ihre Eltern von Ihrem mitgebrachten Vermögen Gebäude aufgeführt, oder das gut auf sonst eine Art verbessert haben. Der Tod des Vaters benimmt ihnen alle Ansprüche auf das gut, das dazugehörige Vieh und Ackergeräth.

Sämtliche Ortschaften stehen unter der Aufsicht eines ehemaligen österreichischen Unteroffiziers, der den Titel eines Oberschultheisen führet und die Kolonisten strenge behandelt. Kleine Verbrechen oder Vergehen als Ungehorsam und dergleichen werden mit Peitschenhieben, wovon sogar schwangere Weiber nicht verschont sind, bestraft. Größere Verbrechen, worunter auch das Hinweglaufen gehöret, mit 5 tägiger Knute, eine Strafe, die unter 10 kaum einer überlebt. Kommt er aber davon, so wird er noch 2 Jahre an den Karren geschmiedet.

Zu Entkommen ist beinahe unmöglich, indem die Kolonie viele starke Tagreisen von der Grenze entfernt ist, die überdies sehr scharf von Kosaken bewacht wird. Uns gelang es durch Vermittlung eines Strasburgers, der die Reise mit uns von hier bis Odessa gemacht, und bey der dortigen Kanzley als Sekretär angestellt ward, einen Reisepaß ausgestellt von Herzog Richelieu, Gouverneur von Cherson, datiert vom 30. Sept. 1809 auf russisch und ins deutsche übersetzt, unter dem Vorwand, daß wir unsere hier noch zurückgelassene Verwandten abholen wollten, auszuwirken. Und doch würde die Verwendung unseres Freundes vergeblich gewesen seyn, wenn nicht ein jeder von uns als Bürgschaft für unsere auf bestimmte Rückkehr 300 Gulden hätte hinterlegen können. Wir gaben dieses Geld mit Freuden und erkauften uns die Erlaubnis, damit ein Land wieder verlassen zu dürfen, das wir nie gesehen haben wünschten
 
Loesch, Johannes (I10076)
 
842 Reiseroute und Sichtvermerke:
Frankfurt a.M. (06./18.04.1809), Erfurt (20.05.1809), Leipzig 14./26.05.1809), Babice (15.06.1809), Myslenice (18.06.1809), Bochnia (19.06.1809), Lemberg (27.06.1809).

Quelle: Passliste deutscher Auswanderer nach Russland (Liste I) 
Heid, Maria Elisabetha (I4336)
 
843 Reiseroute und Sichtvermerke:
Frankfurt a.M. (16./28.04.1809), Erfurt (20.05.1809), Leipzig 14./26.05.1809), Babice (15.06.1809), Myslenice (18.06.1809), Bochnia (19.06.1809), Lemberg (27.06.1809), Podhorce (30.06.1809), Zloczow 29.06.1809 ?).

Quelle: Passliste deutscher Auswanderer nach Russland (Liste IV), Nr.62.
Revisionsliste 1816, 8 Speier, Nr. 65

Karl Stumpp: Die Auswanderung der Deutschen nach Russland, S.797 
Horn, Anna Eva (I12005)
 
844 Reiseroute und Sichtvermerke:
Frankfurt a.M. (16./28.04.1809), Erfurt (20.05.1809), Leipzig 14./26.05.1809), Babice (15.06.1809), Myslenice (18.06.1809), Bochnia (19.06.1809), Lemberg (27.06.1809), Podhorce (30.06.1809), Zloczow 29.06.1809 ?).

Quelle: Passliste deutscher Auswanderer nach Russland (Liste IV), Nr.62.
Revisionsliste 1816, 8 Speier, Nr. 65

Karl Stumpp: Die Auswanderung der Deutschen nach Russland, S.797 
Müller, Eva Margaretha (I12007)
 
845 Reiseroute und Sichtvermerke:
Frankfurt a.M. (16./28.04.1809), Erfurt (20.05.1809), Leipzig 14./26.05.1809), Babice (15.06.1809), Myslenice (18.06.1809), Bochnia (19.06.1809), Lemberg (27.06.1809), Podhorce (30.06.1809), Zloczow 29.06.1809 ?).

Quelle: Passliste deutscher Auswanderer nach Russland (Liste IV), Nr.62.
Revisionsliste 1816, 8 Speier, Nr. 65

Karl Stumpp: Die Auswanderung der Deutschen nach Russland, S.797 
Müller, Johann (I12008)
 
846 Reiseroute und Sichtvermerke:
Frankfurt a.M. (16./28.04.1809), Erfurt (20.05.1809), Leipzig 14./26.05.1809), Babice (15.06.1809), Myslenice (18.06.1809), Bochnia (19.06.1809), Lemberg (27.06.1809), Podhorce (30.06.1809), Zloczow 29.06.1809 ?).

Quelle: Passliste deutscher Auswanderer nach Russland (Liste IV), Nr.62.
Revisionsliste 1816, 8 Speier, Nr. 65

Karl Stumpp: Die Auswanderung der Deutschen nach Russland, S.797 
Müller, Jacob (I12009)
 
847 Reiseroute und Sichtvermerke:
Frankfurt a.M. (16./28.04.1809), Erfurt (20.05.1809), Leipzig 14./26.05.1809), Babice (15.06.1809), Myslenice (18.06.1809), Bochnia (19.06.1809), Lemberg (27.06.1809), Podhorce (30.06.1809), Zloczow 29.06.1809 ?).

Quelle: Passliste deutscher Auswanderer nach Russland (Liste IV), Nr.62.
Revisionsliste 1816, 8 Speier, Nr. 65

Karl Stumpp: Die Auswanderung der Deutschen nach Russland, S.797 
Müller, Maria Franzisca (I12010)
 
848 Reiseroute und Sichtvermerke:
Frankfurt a.M. (16./28.04.1809), Erfurt (20.05.1809), Leipzig 14./26.05.1809), Babice (15.06.1809), Myslenice (18.06.1809), Bochnia (19.06.1809), Lemberg (27.06.1809), Podhorce (30.06.1809), Zloczow 29.06.1809 ?).

Quelle: Passliste deutscher Auswanderer nach Russland (Liste IV), Nr.62.
Revisionsliste 1816, 8 Speier, Nr. 65

Karl Stumpp: Die Auswanderung der Deutschen nach Russland, S.797 
Müller, Maria Catharina (I12011)
 
849 Reiseroute und Sichtvermerke: Erfurt 20.5.1809, - Leipzig (26.05.1809), Babice (15.06.) - Myslenice (18.06.) - Bochnia (19.06.) - Myslenice (18.06.) - Lemberg (29.06.) - Podhorce (Ankunft am 30.06.1809).

Quelle: Passliste und Sichtvermerke. 
Schardt, Maria Eva (I5450)
 
850 Reiseroute: Ankunft in Frankfurt / Main 2.5.1809, über Erfurt nach Leipzig (06.05.1809), Myslenice (08.06.) - Bochnia (19.06.) - Tarnow - Lemberg (27.06.) - Slotschow (Ankunft am 29.06.1809).

Quelle: Passliste und Sichtvermerke. 
Müller, Eva Margaretha (I12072)
 

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